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Michael grimm

Michael Grimm.
Aus den Gmünder Heimatblättern, 1930

Michael Grimm (* 21. Oktober 1821 in Unterbettringen; † 6. April 1877 in Kißlegg im Allgäu) war ein Volksschullehrer und Autor der „Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Gmünd von Anbeginn bis auf den heutigen Tag“. Er gilt als ein früher Vertreter der württembergischen Ortsgeschichtsschreibung.[1]

Familie Bearbeiten

Michael Grimm entstammte einer Bauernfamilie und war der Sohn des aus Hussenhofen stammenden Josef und Maria Grimm, einer verwitweten Riegg. Neben der Landwirtschaft in Unterbettringen betrieb die Familie auch Hopfenanbau am Klarenberg. Michael Grimm hatte acht leibliche Geschwister sowie einen Stiefbruder aus der ersten Ehe seiner Mutter.

Leben Bearbeiten

Grimm besuchte zunächst die Volksschule in Oberbettringen. Um auf das Staatliche Lehrerseminar vorbereitet zu sein, kam er 1835 auf die Präparandenanstalt in Gmünd, wo er von Joseph Anton Dreher, einem pädagogischen Schriftsteller und Landeskundler, unterrichtet wurde. Von 1838 bis 1840 besuchte Grimm das Staatliche Lehrerseminar in Gmünd, wo er im Mai 1840 die Erste Dienstprüfung ablegte. Allerdings wurde er als unmusikalisch eingestuft. So war für Grimm die Übernahme eines Organistenamtes ausgeschlossen und für ihn eine Bewerbung auf eine ordentliche Stelle zunächst verwehrt.

An der Volksschule Iggingen trat Grimm von 1840 bis 1842 seine erste Dienststelle als Provisor (Lehrgehilfe) an. Am 9. Februar 1842 ließ er sich als Unterlehrer an die Gmünder Taubstummen- und Blindenanstalt versetzen. Der für die kirchliche Schulaufsicht zuständige Stadtpfarrer Hermann Wagner bescheinigte Grimm in dessen Zeugnis: „Grimm hat sich bisher durch gutes Betragen ausgezeichnet und auch als Lehrer Befriedigendes geleistet. Das Verfahren beim Taubstummenunterricht hat er nach seinen verschiedenen Seiten kennen gelernt. Seine musikalischen Anlagen und Kenntnisse sind aber unzureichend.“[2]

Eine Bewerbung auf eine freigewordene Stelle eines Unterlehrers in Gmünd wurde abschlägig beschieden, so daß sich Grimm auf Empfehlung von Pfarrer Wagner nach Weingarten begab, wo er am 17. Mai 1843 eine Stelle als Waisenhausaufseher mit einem Jahresgehalt von 100 Gulden antrat. Bereits sechs Wochen später bewarb sich Michael Grimm in Zürich als Unterlehrer, wurde aber auch dort abgewiesen und blieb in Weingarten.

Während seiner Zeit in Weingarten legte Grimm erfolgreich die Zweite Dienstprüfung ab, was ihm zur Übernahme einer Schulmeisterstelle berechtigte. Seine daraufhin veranlassten Bewerbungen in Saulgau auf eine Unterlehrerstelle und um die Zulassung zur Reallehrerausbildung blieben jedoch erfolglos. Im Sommer 1846 konnte Grimm schließlich eine Stelle als Unterlehrer im Waisenhaus Weingarten antreten.

1852 bewarb sich Grimm erfolglos auf eine Schulmeisterstelle in Bühlingen bei Rottweil. Am 1. Juli 1853 wurde ihm die Filialschulstelle in Niederhofen bei Leutkirch übertragen und Grimm gleichzeitig durch Oberinspektor und Pfarrer Anton Weber zum Schulmeister befördert. Sein Jahresgehalt erhöhte sich hiermit auf 260 Gulden.

Am 17. Oktober 1853 heiratete Grimm Agathe Pfleghar, Tochter des Gastwirts und Metzgers Joseph Pfleghar.

Werke Bearbeiten

  • „Der Fromme Pilger oder Andachten und Gebete zur Verehrung des heiligen Blutes in der Pfarrkirche zu Weingarten“, Altdorf-Weingarten 1863
  • „Versuch einer historisch-statistischen Beschreibung Kißleggs samt seiner Umgebung“, Kißlegg 1864, Nachdruck 1994
  • „Versuch einer Geschichte des ehemaligen Reichsfleckens und des jetzt noch so berühmten Wallfahrtsortes Altdorf, gen. Weingarten: nebst seiner Umgebung“, Ravensburg 1864, Nachdruck 1988 (Google Books)
  • „Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Gmünd von Anbeginn bis auf den heutigen Tag: nach Urkunden und handschriftlichen Quellen, sowie anderen bewährten Hilfsmitteln bearbeitet“, Gmünd 1867, Nachdruck 1989 im Verlag Raaba
  • „Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Wangen im Allgäu von Anbeginn bis auf den heutigen Tag: nach Urkunden und handschriftlichen Quellen, sowie anderen bewährten Hilfsmitteln bearbeitet“, Wangen 1868

Literatur Bearbeiten

  • Klaus Graf: „Gmünder Chronisten im 19. Jahrhundert“, in: einhorn-Jahrbuch 1981, Einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 1981, S. 177-185 (pdf)
  • Werner Debler: „Michael Grimm (1821–1877)“, in: „Unterm Stein. Lauterner Schriften Bd. 14 - Heimatforscher aus dem Raum Schwäbisch Gmünd“, Einhorn-Verlag, Schwäbisch Gmünd 2009, ISBN 978-3-936373-50-9, S. 80-91

Nicht eingesehen:

  • „Magazin für Pädagogik. Monatsschrift für christliche Erziehung und Bildung“, Spaichingen, 1853, S. 52
  • „Der Vereinsbote. Organ des Katholischen Volksschullehrervereins für Württemberg“, Horb, 1878, S. 242-245
  • Albert Deibele: „Michael Grimm. Verfasser der Geschichte der ehemaligen Reichsstadt Gmünd, gedruckt 1867 bei Ils in Gmünd“, in: Gmünder Heimatblätter, Hrsg. vom Heimat- und Verkehrsverein Schwäbisch Gmünd, 3. Jahrgang, 1930, Nr. 4/5 (S. 27-30), Nr. 6 (S. 44-48), Nr. 7/8 (S. 49-52), Nr. 11/12 (S. 91-93)
  • Albert Deibele: „Kleine Ergänzung zu der Lebensbeschreibung von Michael Grimm, dem Verfasser der Gmünder Chronik, 1867“, in: Gmünder Heimatblätter, Hrsg. vom Heimat- und Verkehrsverein Schwäbisch Gmünd, 6. Jahrgang, 1933, Nr. 3, S. 34f.
  • Gerd Friederich: „Die Volksschule in Württemberg im 19. Jahrhundert“ (Dissertation), Beltz, Weinheim 1978
  • Thomas Weiland: „Michael Grimm. Volksschullehrer und Heimatkundler“, in: Michael Grimm: „Versuch einer historisch-statistischen Beschreibung Kißleggs samt seiner Umgebung“, erweiterter Nachdruck, Kißlegg im Allgäu, 1994, S. 144–166

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Debler, S. 87
  2. zitiert in Debler, S. 85
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